Donnerstag, 25. September 2025

»Berlin im Nationalsozialismus. Abriss einer Stadtgeschichte«

Buchvorstellung

Mysliwska Bar
Schlesische Str. 35
10997 Berlin

Uhrzeit: 20:00 Uhr

„Myśliwska“ wurde am 1. Dezember 1990 feierlich eröffnet. Der Initiator und Betreiber war der polnische Künstler Witold „Witek“ Marcinkiewicz, der schon seit Jahren in Berlin lebte und mit „Myśliwska“ seinen lang gehegten Wunsch verwirklichte. Er fand die Räume in Berlin Kreuzberg, in denen zuvor ein Restaurant war. Die Eröffnung im Dezember 1990 war ein großer Erfolg, auch weil es bis dahin keinen vergleichbaren Ort gab, mit dem sich die Polen in Berlin so identifizieren konnten. Schnell wurde „Myśliwska“ zu einem Treffpunkt für polnische Künstler in Berlin, aber auch zu einem gemeinsamen Ort für die Künstler der Nachbarschaft, für die Studenten und Aussteiger. Neben dem polnischen Betreiber, dem polnischen Bier und der polnischen Musik, sorgten besonders die Donnerstage für polnische Atmosphäre. Jahrelang gab es an jedem Donnerstag polnischen Maultaschen, Pierogi, von „Pani Ewa“. Frau Ewa war die gute Seele der Bar und hatte stets ein offenes Ohr für all diese Gestalten, die sich im „Myśliwska“ trafen. Nach über zehn Jahren hörte Witold Marcinkiewicz im „Myśliwska“ auf. Doch der Geist des „Myśliwska“ lebte weiter und lebt bis heute. Auch dank des Barkeepers, der von Anfang an dabei war - Tom Neubauer, ein Berliner Fotokünstler.

Heute, nach über zwei Jahrzehnten seit der Gründung der Bar „Myśliwska“, ist die Kneipe nach wie vor ein wichtiger Treffpunkt für die Kreuzberger Künstler, für die Nachbarn, für das gemeine Ausgehvolk und für die ewig nach dem „echten Berlin“ suchenden Touristen.

 

Christoph Kreutzmüller wird am 25. September das Buch »Berlin im Nationalsozialismus. Abriss einer Stadtgeschichte« vorstellen. Ausgangspunkt für diese Alltagsgeschichte der besonderen Art sind idealtypische öffentliche, halböffentliche und private Orte – vom Bett bis zum Reißbrett. Anhand dieser Orte beschreiben die Autoren, wie die nationalsozialistische Ideologie und Herrschaftspraxis auf die Stadt und ihre Gesellschaft wirkten. Gespräche am Kneipentresen geraten dabei ebenso in den Blick wie die Ritualisierung des öffentlichen Lebens oder die Geschehnisse in den vielen verschiedenen Haftorten im Stadtgebiet.

 Eintritt frei

Nur Barzahlung

Berlin im Nationalsozialismus

Berlin im Nationalsozialismus

Abriss einer Stadtgeschichte


Christoph Kreutzmüller

Christoph Kreutzmüller, geboren 1968, Dr. phil., ist Vorstandsvorsitzender des Vereins Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin und Stellvertretender Leiter des Projekts »#LastSeen. Bilder der NS-Deportationen« am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Zuvor war er u.a. Mitarbeiter der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz sowie Kurator der Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin. Er hat zahlreiche teils preisgekrönte Arbeiten zur Foto- und Wirtschaftsgeschichte und zur Geschichte Berlins vorgelegt.

 

Christoph Kreutzmüller
Bildrechte: Melanie Sapina